🍞 nōra 🍞 utilise witches.town. Vous pouvez læ suivre et interagir si vous possédez un compte quelque part dans le "fediverse".
Das neue Jahr 2018 ist anwesend: Mal ein persönlicher Rückblick der anderen Art und zwar in kritischer Weise auf das eigene Selbstbild meinerseits.

Zwischen 2013 und 2016 war ich auf #Diaspora aktiv. Zunächst absolut überzeugt vom dezentralen Ansatz, hat sich bei mir aber im Laufe der Zeit eine Art von Frustration breit gemacht. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass ich zwischen der Software #Diaspora und der Gemeinschaft #Diaspora als gesamtheitliches Netzwerk unterscheiden möchte. Meine Reflektion bezieht sich vorzugsweise also auf mich selbst und auf das Erlebte, was nicht zwangsweise stellvertretend für Alles und Jeden sein muss sondern ein individuelles, subjektives Erleben. Worin genau bestand und besteht die "Frustration"? Dem Verweigern zum Aufbruch sozusagen. Eine bunte Meinungsvielfalt ist toll, wenn sich aber darin fragwürdige Inhalte mehren, Quellen nicht besprochen sondern nur mit "Gefällt mir" markiert oder / und weitergeleitet werden, wenn Diskussionen komplett nichtig gemacht werden und Fragen wie "Quo vadis?" nur mit obligaten Phrasen beantwortet werden, entsteht bei einem Menschen mit der Absicht nach Reflektion irgendwann ein steigender Pegel von Frustration. Und wenn man dann noch in Diskussionen verweilt, sich gegen Demagogie stellt und dann keine klare Linie mehr ziehen kann, weil eben vermeintlich freundlich Gesinnte in den Rücken fallen mit der profanen Begründung "es sei ihnen zu viel Arbeit" und "man solle nicht mit [Rechten] (GRUPPE HIER EINFÜGEN) reden", ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man nicht mehr fähig zur objektiven Beurteilung ist. Das ist auch der Punkt für eine Pause oder schlicht den Ort des Geschehens zu verlassen.

Insofern wendete ich mich Anfang 2016 dann nach #Libertree. Einem ebenso dezentralen Netzwerk, mit weitaus weniger Teilnehmern. Hier war der Ansatz gemischt und ich dachte, dass man hier vielleicht besser an einer gesellschaftlichten, technischen #Antithese, einem #Gegenpol, arbeiten könnte. Aber auch hier zeigten sich im Laufe der Zeit ähnliche Problemstellungen wie bei #Diaspora: Angefangen mit Ignoranz, weitergehend über Lippenbekenntnisse bis hin zu einer egalitären, da pragmatischen Haltung. Wenn man also dazu aufrief etwas mehr alternative Quellen zu benutzen, kein #YouTube, kein #Twitter, kein #Facebook, so kam oftmals nur ein Schulterzucken. Dabei hatte ich schon bei #Diaspora begonnen #YouTube zu hinterfragen und begeistert davon selbst ein Angebot zu erstellen, entstand so #OpenStreamer. Die FREIE, OFFENE Plattform basierend auf #MediaDrop hieß auch erst "GNUTube", aber in einer Diskussion mit der Gemeinschaft änderten sich Logo und Titel / Bezeichnung. Das war beispielsweise Einer der Momente, in denen #Diaspora seine Stärke zeigen konnte. Und so erhoffte ich mir von #Libertree aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl mehr Nähe. Das Gegenteil war letztendlich der Fall. So habe ich mich nun Ende 2017 von #Libertree verabschiedet. Vielleicht nicht die beste Wahl, denn ich bin leise und still gegangen. Aber ich betrachte das inzwischen als eine persönliche Entscheidung und wenn man selbst in einem sozialen Miteinander keine Relevanz hat, so ist das mehr als nur verständlich.

Bereits im Sommer 2017 hatte ich dann eine eigene Instanz von #GNUsocial errichtet. Was erhoffe ich mir hier nun in 2018? Vielleicht mehr Diskussion, mehr Hinterfragen? Was ich so dermaßen demotivierend finde sind beispielsweise die immer gleichen Aufrufe. Ein Beispiel? "Gibt es ein quelloffenes #YouTube!" Die Antwort: Ja und Nein. #MediaGoblin, #MediaDrop, #Plumi, es gibt Einige. Aber eben ist der Kontext wichtig: Inhalte sind nicht Alles. Und wer jeden Tag 20 bis 30 Inhalte weiter verteilt, dann aber nicht diskutiert oder hinterfragt, nimmt inwiefern Teil am Austausch, an der Konversation? In Bezug auf das quelloffene #YouTube beispielsweise: Warum ignorieren wir immer das was direkt vor unserer Nase liegt? Und warum verbessern wir nicht das was bereits da war / ist? Und warum immer wieder dieser falsche Pragmatismus? Rhetorische Fragen für das nun kommende Jahr 2018. Frohes Neues!

@throgh Als marginalisierte, diskriminierte Person kann ich dazu nur sagen, dass dein Versuch, es allen Recht zu machen, indem du mit allen offen diskutierst, aus meiner Sicht nicht funktioniert. Bessere Gespräche und mehr Solidarität und Miteinander finde ich viel eher in Gruppen von Menschen, die mir ähneln.

Deswegen mag ich Mastodon und seine queere Community. Ich hielt es ursprünglich für problematisch, wenn sich solche sozialen Blasen bilden, weil ich (wie du, glaube ich) annahm, dass mensch dann nicht mehr da heraus tritt.

@throgh Aber eigentlich erlebe ich genau das Gegenteil: In solch einer Blase, umgeben von Menschen, die ähnliche Weltanschauungen haben wie mensch selbst, kann mensch Kraft tanken, UM dann schließlich (eventuell) herauszukommen und mit Menschen außerhalb in Kontakt zu treten und in Fällen der Kraftlosigkeit wieder zur Blase zurückzukehren. Die soziale Blase als Rückzugsort sozusagen, ähnlich der eigenen Wohnung.

🍞 nōra 🍞 @nora

@throgh Was ich bei dir glaube zu bemerken, ist, dass du keinen festen Platz im Netz findest, weil du überall irgendwann resignierst, eben aufgrund deines Versuchs, allen mit offenen Armen zu begegnen. Was du aus meiner Sicht brauchst ist eine "peer group". Menschen, die so denken wie du und die dir zustimmen und mit dir zusammen arbeiten, damit du nicht dauernd wieder kraftlos wirst und resigniert weiterziehst.

Korrigier mich bitte, wenn ich mich irre. Das ist nur der Eindruck, den ich habe. Du wirkst auf mich ziemlich alleinstehend mit deinem Kampf gegen Windmühlen. Ich sehe bis auf meine Kommentare kaum Reaktionen auf deine Gedanken, mangels Gruppe.

🤔

@nora Ja, ich habe keine Gruppe. Insofern ist deine Beobachtung korrekt. Allerdings versuche ich es inzwischen - das war 2013 tatsächlich noch anders - auch gar nicht mehr es Allen Recht zu machen. Die Suche nach einer "Gruppe" dauert tatsächlich schon länger als 2013, da ich davor auch außerhalb noch aktiver gewesen bin. Aber auch hier bekommt man leider nur wenig Zuspruch, wenn man kritisch hinterfragt. Genau das ist das Problem: Konversation zum besseren Kennenlernen, eine tolle Idee. Aber oftmals auch abgelehnt.

Gerade #Diaspora hat hier auch eine Zeit lang sehr prägend gewirkt, weil es eine "Gruppe" dem Anschein nach gab. Aber leider war das nur der Anschein, denn am Schluss als es wirklich wichtig wurde, man gegen #Antisemitismus etwas machen wollte durch Aufforderung  nach "Medienkompetenz" ... gab es keine Positionierung mehr. Es ging ja nicht darum MIT einer Gruppe zu reden, sondern Demagogie zu enttarnen und bewusst zu machen. Leider endete das in einer Echokammer! :-)

Aber ich bin zuversichtlich: Ich ändere fortwährend meine Herangehensweise, mache sie leider aber auch restriktiver. Aber vielleicht kann ich so auch etwas für mich ändern und hinterfragen, ohne stets auf der Suche sein zu müssen. Schlussendlich wird es für 2018 auf eine Art von Blog hinauslaufen: Ich habe mir die Anleitungen von damals auf #Diaspora gesichert gehabt, ebenso von #Libertree. So wird es auch in einer Form (oder einer Anderen) wieder #1001-Linux-gaming-reasons geben, ebenso aber auch mehr Informationen.

@throgh Ich bin weitgehend passiv unterwegs im Netz und auch offline in keinster Weise politisch aktiv, weil ich schon die meiste Energie meines kleinen Akkus damit verprassel, mein eigenes, kleines Leben aufrecht zu erhalten und die metaphorischen blauen Flecken, die mich übersäen, auszukurieren.

Du kannst dir jedenfalls sicher sein, dass ich dich im Geiste unterstütze und dein Engagement schätze. Mach bitte weiter. 👍

@nora Danke! :-) Das freut mich und du kannst dich darauf verlassen, dass ich definitiv nicht schweigen werde. Im Gegenteil: Ich bin gerade erst noch dabei einmal ordentlich Luft zu holen, um im Anschluss noch lauter zu werden.